Nachrichten & Veröffentlichungen

Insolvenzverfahren natürlicher Personen in Lettland

maksatnespeja

Insolvenzverfahren natürlicher Personen

Die meisten von uns haben in ihrem Leben einige kritische Phasen erlebt, wenn unvorhergesehene Umstände zu sinkenden Einkommen oder unerwarteten Ausgaben führen. Solche Fällen sind in der Regel nur von kurzer Dauer und können gelöst werden, indem zusätzliche Geldmittel aufgenommen werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Forderungen der Gläubiger auf die Raten aufzuteilen, die über einen bestimmten Zeitraum gezahlt werden können.

Es kann jedoch vorkommen, dass finanzielle Probleme nicht in kurzer Zeit gelöst werden können und die Schulden nur steigen. Man macht dann neue Schulden, um die bestehenden Schulden zu begleichen, die Gläubiger berechnen Zinsen und vertragliche Strafen, die sich nur im Laufe der Zeit erhöhen. In diesem Fall sollte man sich die Frage stellen, ob auf absehbare Zeit überhaupt ein Schuldenerlass möglich ist. Anstatt den Rest des Lebens unter der Last der Schulden und Zinszahlungen zu leiden, gibt es jetzt einen legalen und wirksamen Mechanismus, um finanzielle Ausfälle zu überwinden und die Kontrolle über Einkommen zurückzugewinnen.

Was ist bei der Betrachtung einer Möglichkeit der Privatinsolvenzverfahrens zu beachten?

  • das Insolvenzverfahren kann eröffnet werden, wenn die Gesamtverbindlichkeiten einer Person 5.000 Euro überschreiten. Die Forderungen der Gläubiger müssen bereits fällig sein;
  • eine Person muss nicht in der Lage sein, ihre fälligen Gesamtverbindlichkeiten auszugleichen;
  • eine Person darf keine Rechtsgeschäfte vor der Antragstellung abschließen, die zur Verschlechterung der Gläubigerposition führen, den Vermögenswert reduzieren usw.;
  • eine Person muss in der Lage sein, die Kosten für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Höhe von 930 Euro zu tragen;
  • im Rahmen des Insolvenzverfahrens einer natürlichen Person wird 1/3 des Einkommens der Person an die Gläubiger umgeleitet;
  • das Insolvenzverfahren einer natürlichen Person kann je nach Höhe der Schulden zwischen 6 Monaten und 3 Jahren dauern.

Man muss sowohl vor als auch während des Insolvenzverfahrens eine qualifizierte Rechtsberatung bekommen, um einen erfolgreichen Ablauf des Verfahrens zu gewährleisten. Die Rechtsberatung beinhaltet eine rechtzeitige Bewertung der geschlossenen Rechtsgeschäfte, eine ordnungsgemäße Kommunikation und den Schutz der Interessen der Person vor dem Insolvenzverwalter.

Es ist zu beachten, dass das Insolvenzverfahren einer Person aus verschiedenen Gründen nicht eröffnet oder auf halbem Weg ohne Resttsschuldbefreiung beendet werden kann.

Ein Insolvenzverfahren kann über das Vermögen jeder natürlichen Person eröffnet werden, die seit mindestens sechs Monaten als Steuerzahler in Lettland angemeldet ist. Allgemeiner Eröffnungsgrund ist die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners. Die lettische Staatsangehörigkeit ist allerdings keine Voraussetzung für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Lettland.

Bei der Bestimmung der Zuständigkeit des Verfahrens, wenn ein Bürger eines anderen EU-Mitgliedstaates einen dauerhaften Wohnsitz in seinem Staatsangehörigkeits- oder Herkunftsland besitzt, sowie wenn alle oder die meisten Gläubiger sich in einem anderen EU-Mitgliedstaat befinden, muss die Europäische Verordnung über Insolvenzverfahren berücksichtigt werden. Das Insolvenzverfahren einer solchen Person wird gemäß den Bestimmungen der Verordnung nicht eröffnet, wenn der Mittelpunkt ihrer tatsächlichen Interessen nicht in Lettland ist.

Wenn eine natürliche Person als Einzelunternehmer eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt, muss sie zunächst das Insolvenzverfahren des Einzelunternehmers als juristische Person durchlaufen. Das Privatinsolvenzverfahren wird nicht eröffnet, wenn man das Insolvenzverfahren als Einzelunternehmer nicht abgeschlossen hat.

Phasen des Insolvenzverfahrens

Das Insolvenzverfahren natürlicher Personen besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Teilen – dem eigentlichen Insolvenzverfahren und der darauffolgenden Wohlverhaltensphase. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird das gesamte Vermögen des Schuldners verkauft. Der Erlös wird durch den Insolvenzverwalter an die Gläubiger verteilt.

Während der Wohlverhaltensphase wird das Einkommen des Schuldners zum Teil zur Befriedigung der Forderungen der Gläubiger verwendet. Nach einer Wohlverhaltensperiode wird der Schuldner auch von bislang gegenüber den Insolvenzgläubigern nicht erfüllten Verbindlichkeiten befreit.

Obwohl das Insolvenzverfahren in der Regel 2-3 Monate dauert, kann es vorkommen, dass der vom Gericht ernannte Insolvenzverwalter seine Pflichten nicht ordnungsgemäß erfüllt und den Ablauf des Verfahrens in unangemessener Weise verzögert, wodurch die Interessen der Person verletzt werden. In einem solchen Fall ist es wichtig, rechtliche Unterstützung zu bekommen, um eine schnelle und effiziente Durchführung des Insolvenzverfahrens zu gewährleisten, einschließlich der Verhinderung unangemessener oder willkürlicher Handlungen des Insolvenzverwalters.

Eine Vollstreckung nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens für Forderungen, die vor Eröffnung des Verfahrens begründet waren, ist unzulässig. Die Konten des Schuldners müssen zum Zeitpunkt der Erklärung des Insolvenzverfahrens vom Pfandrecht befreit werden, da dafür mehr keine Grundlage vorliegt. Es ist jedoch zu beachten, dass die Tatsache der Erklärung eines Insolvenzverfahrens den vereidigten Gerichtsvollziehern mitgeteilt werden muss und der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter diese Aufgaben nicht immer rechtzeitig wahrnimmt.

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens verliert der Schuldner die Befugnis, über sein Vermögen zu verfügen, sowie die Befugnis, bestimmte Rechtsgeschäfte abzuschließen und ohne Zustimmung des Insolvenzverwalters neue Schulden zu übernehmen. Der Insolvenzverwalter muss auch die früher abgeschlossenen Rechtsgeschäfte der Person im Rahmen des Insolvenzverfahrens überprüfen.

Für die erfolgreiche Durchführung eines Insolvenzverfahrens ist es unerlässlich, dass eine Person eine qualifizierte Rechtshilfe erhält, um zu verhindern, dass vom Schuldner abgeschlossenen Rechtsgeschäfte, Informationen oder Handlungen zur Grundlage für die sofortige Beendigung des Insolvenzverfahrens werden, ohne die Person von ihren Verpflichtungen zu entbinden.

Das Anwaltsteam der Anwaltskanzlei “LUMOS” besteht sowohl aus praktizierenden vereidigten Anwälten als auch aus Insolvenzverwaltern, die den Kunden volle rechtliche Unterstützung bei der Durchführung und den vollständigen Abschluss des Insolvenzverfahrens in Lettland bieten.

insolvenz, insolvenzverfahren, natürliche Personen, privatinsolvenz, Rechstanwaltskanzlei

LUMOS ZAB

Kontaktieren Sie uns

Adresse und Geschäftszeiten:
Folgen Sie Uns:
Adresse Auf Der Karte
 

Melden Sie sich für eine Beratung an

Füllen Sie das Antragsformular aus und wir werden uns innerhalb von 24 Stunden (Werktagen) bei Ihnen melden.
Zvērināta advokāta birojs LUMOS logo
© Zvērināta advokāta birojs – LUMOS